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| Die verschiedene Gesichten der Planungstheorie |
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Artikel uit 2004. In diesem Essay möchte ich zuerst die Geschichte des planungstheoretischen Begriffs anschauen. Dabei werde ich die auch dem Einfluss des philosophischen Denkens auf die Planungstheorie beschreiben. Danach möchte ich, Basiert auf ein Essay von Univ.-Prof. Dr.-Ing. Klaus Selle aus Aachen, über die verschiedene Anwendungen des Begriffs in die heutige Zeit schreiben. Zum Schluss möchte ich Selle's vorschlagen angehende die Forschung im planungstheoretischen Bereich kritisch ankucken. Geschichte des planungstheoretischen BegriffsSeit die Philosophie der Aufklärung von Immanuel Kant im 18. Jahrhundert glauben wir dass es mit unsere Welt immer weiter voran geht. Kant bricht mit Begriffe wie Tradition, Religion, und Unmundigkeit. Er glaubt an das (langsame) Prozess von einer Fortschritten der Welt (Boomkens, 2003). In die moderne Zeit hat die Wissenschaft, früher oder später, für alle Probleme einer Lösung. Es geht damit in die moderne Welt immer weiter voran. Kant ist eine der erste Philosophen die eine modernistische Philosophie entwickelt. Auch Karl Marx kann man nennen als eine der Grundleger des Modernismus (Boomkens, 2003). Er hat sich konsentriert auf Industrialisierung und die kapitalistische Gesellschaft als Startpunkt der moderne Zeit. Marx meint dass diese bürgerliche Revolution Komplettiert werden würde mit einer proletarischen Revolution (Boomkens, 2003). Die Philosophen Adorno und Horkheimer, Mitglieder der Frankfurter Schule, haben mit ihre Kritische Theorie das Modernismus sehr kritisch angekuckt. Nach die zweite Weltkrieg haben sie angefangen mit ihre Kritische Theorie zu untersuchen warum die Arbeiters kein ende an das Kapitalismus gemacht hatten (wie Marx behauptete) und für Nazismus und Faschismus gewählt hatten. Sie wollten nicht nur Objektive Erkenntnisse sondern auch ein Normativ Urteil über die Welt geben (Boomkens, 2003). Obwohl es also bei Adorno und Horkheimer nach der Zweite Weltkrieg schon kritische Fragen gab über die Wirksamkeit des Modernismus war die moderne Zeit noch nicht am Ende. Im 60er Jahren gab es zum letzte mal noch einmal ein 'revival' des Modernismus mit u.a. Studentenaufstand, Feminismus und eine widerstrebende Jugendkultur. Auch in die Planung wurde nach dem zweiten Weltkrieg das technokratische Planungsverständnis aus die nationalsozialistische Zeit skeptisch betrachtet (Fürst, 2002). Trotzdem gab es schon ziemlich schnell wieder Planungssysteme mit viel staatliche Steuerung. Fürst nennt verschiedene Faktoren für diese Wandel. Durch die finanziellen Probleme der Staat wurde der Zwang zur Modernisierung des Staates immer offenkundiger. Im Jahr 1968 sprach der Bundestag sich für ein umfassendes politisches Planungssystem aus. Dieses Planungssystem wurde mit viel Eifer ausgeführt. Unter die Regierung Brandt/Seel wurde die Planung zur 'Vehikel der Modernisierung von Wirtschaft und Gesellschaft'. Die Zeit 1968-1974 wird darum als Zeit der Planungseuphorie bezeichnet (Fürst, 2002). Die Planungstheorie kann in diese Zeit die Realität noch Beeinflussen. Viele Veränderungen in die Praxis der Planung werden von der Wissenschaft initiiert (Fürst, 2002). Die Planung ist in die 60er und Anfang der 70er Jahre also stark technokratisch orientiert. Der Planungseuphorie war schon 1974 vorbei. Fürst (2002) nennt die Ölkrise 1973/74 und die Auflösung der Golddeckung des Dollars als Äußerer Anlass. Es gab aber auch zunehmende Spannungen im Planungssystem. Die staatliche Planung stieß auf Widerstand der Parlamente und auch das inflexibeler Charakter hat es dazu gebracht dass die Planungstheorie seit mitte der 70er Jahre die Planungsrealität nicht mehr beeinflussen könnte wie vorher. Planung gab es aber auch nachdem noch. Das vertrauen an die technokratische Orientierung war jedoch weg. Um 1978 gab es auch in das philosophische Denken ein Umschlag (Boomkens, 2003). Philosophen wie Michel Foucault, Richard Rorty und Jürgen Habermas konstatierten eine philosophische Krise. Sie behaupten alle, es sollte ein neue art von Philosophie geben. Für die Planungstheorie in den 80er und 80er Jahren ist die Rationalitätsphilosophie von Jürgen Habermas wichtig. Habermas macht ein unterschied zwischen Zielrationalität (technische Rationalität) und kommunikative Rationalität. Habermas behauptet dass nicht alle Sachen auf die Welt zu erklären sind mit wissenschaftlicher Forschung wobei nur Objektive Kenntnis gesammelt wird. Er sagt dass viele Sachen nur mit intersubjektiver Kommunikation erläutert werden können. Habermas bleibt mit seiner neuen Philosophie nahe bei dem Modernismus. Von objektiver Wahrheit wandert er nach intersubjektiver Wahrheit. Rorty, und Foucault noch mehr, gehen einen ganz anderen Weg. Sie sind nicht mehr so sicher das es überhaupt noch Fundamenten gibt worüber wir objektive Kenntnis haben können. Die meiste Theorien über Planung lassen sich aber besser auf Habermas zurückführen als auf Rorty oder Foucault. In den 80er und 90er Jahren wurde die technokratische und rationalistische Planung immer mehr abgelehnt. Staatliche Planung würde übernommen durch marktliche Steuerung wobei die Planung informeller wurde (Fürst, 2002). Viele Autoren haben gesucht nach neuen Planungstheorien. "After Rationality, What?" ist die Titel eines Essays von Alexander (1984). Er behaupt, beeinflusst durch die Philosophie von Thomas Kuhn, dass das Paradigma der rationalen Planung nicht mehr funktioniert. Alexander beschreibt die verschiedenen Reaktionen auf diese 'paradigma breakdown'. Er beschreibt die rituelle Reaktion, wobei alte Theorien einfach weiter benutzt werden. Auch gibt es, so Alexander, die vermeidende Reaktion, wobei akzeptiert werd dass das rationelle Paradigma nicht mehr funktioniert aber wobei man nicht die Folgen akzeptiert. Drittens beschreibt Alexander die verbannende Reaktion. Dabei werden alle rationellen Modelle unbenutzbar erklärt. Alexander meint, die suchende Reaktion sei die beste Reaktion. Dabei wird gesucht nach neuer Paradigmen. Er selber schlägt 'a contingency approach' vor. Dieser Angriff kann normative Aussagen geben und ist sich dabei von der Komplexität der Welt bewusst (Alexander, 1984). Anfang 90er Jahren, nach die Fall der Berliner Mauer, lebte die Planungsdiskussion langsam wieder auf (Fürst, 2002). Auch in die Philosophie gab es neue Denkweisen. Die französische Philosoph Bruno Latour ist dabei wichtig. Die Fall der Berliner Mauer, und damit die Fall des Sozialismus, hat gezeigt dass der modernistische Unterschied zwischen Natur und Kultur nicht länger behalten werden kann, so behaupt Latour (1993). Das Modernismus geht davon aus dass Menschen die Welt Steuern und das die Natur darauf keine Einfluss hat. Latour sagt das die Welt aber viele Zwischenformen von Natur und Kultur hat. Mit andere Wörter: Natur und Kultur haben Einfluss auf einander. Wir sind nie Modern gewesen, so behaupt Latour, und darum müssen wir auch nicht verändern. Was wir brauchen ist nur dass wir anerkennen dass es schon immer Zwischenformen von Natur und Kultur gegeben hat (Latour, 1993). Die heutige Planungstheorie kann nicht genau definiert werden. Einzige Planer behaupten dass Planungstheorie sich konsentrieren soll auf die Praxis der Planung. Andere Autoren sehen eine Kommunikative rolle für die Planer zwischen viele andere Akteure im Planungsbereich. Die Planung ist jedoch nicht mehr die Planung aus den 60er Jahren. Planung kann die Welt nicht Steuern, sondern nur die Praxis forschen (De Roo, 2003). Gebrauch des heutigen planungstheoretischen BegriffsDas Essay von Klaus Selle über die Verwirrung über den zentralen Gegenstand der Planungstheorie ist eine schöne Darstellung von die verschiedene Gesichten der heutigen Planungstheorie. Selle fragt sich worüber wir eigentlich reden, wenn wir über Planung reden und beschreibt Acht vor Ihm wichtige Verwirrungs-Gründe. Erstens gibt es die Fragen: "Auf was baut man auf? Von welchem Begriff grenzt man sich ab?". Selle sagt dass alle Autoren 'ihre' Planung definieren und sich dabei schlecht abgrenzen von andere, konkurrierende, Begriffen. Selle behauptet dass "Auf diese Weise (...) wissenschaftliche Erkenntnis nicht möglich [ist]" (Selle, 2004). Ich glaube, er hat damit nicht ganz Recht. Es ist natürlich schwierig für das Verständnis dass Autoren sich nicht abgrenzen von anderen Begriffen, aber wenn sie mit verschiedenen Begriffen dasselbe meinen gibt es eigentlich nicht wirklich ein Problem. Die Analytische Philosophie von u.a. Ludwig Wittgenstein hat uns schon gezeigt dass die Bedeutung eines Worts abhängt von dem Gebrauch. Auch die Einwand von Selle das alle Autoren 'ihre' Planung definieren und das dass natürlich Verwirrung geben kann, ist kein Problem für die wissenschaftliche Anspruche. Planungstheorie hat viele Gesichten. Auch wenn Selle nur die empirische Forschung nach Pläne machen als Planungstheorie bezeichnen möchtet bleiben andere Gesichten der Planungstheorie bestehen und wichtig für die Planer. Planer sollen sich darum auch mit alle verschiedene Gesichten der Planungstheorie beschäftigen. Selle zeigt uns eine ganze Menge Gesichten der Planungstheorie. Planungstheorie kann verschieden Sachen definieren. Selle schreibt dass die Planungstheorie zum Beispiel eine Tätigkeit, ein Beruf, eine Aufgabe, eine Institution oder eine Wissenschaft betreffen kann. Auch hier hat er Recht dass Autoren definieren sollen welche ob man zum Beispiel entweder die Tätigkeit oder die Wissenschaft beschreibt. Auch wessen Planung ist eine Frage. Es gibt staatliche Planung, aber auch Private. Wenn man nur über "Planung" spricht kann man also nicht wissen wessen Planung gemeint ist. Selle signalisiert auch dass viele Autoren Planung gleichsetzen mit öffentlicher Politik. Selle sagt, mit Recht, dass solche Gleichsetzungen und Vermengungen es unmöglich machen zu wissen von wessen Planung die rede ist. Die Lösung für dieses Problem ist aber ganz einfach. Autoren sollen am Anfang ihre Publikationen sehr gut definieren über wessen Planung sie in die bestimmte Publikation sprechen. Welche (Fach-) Planung ist die Vierte Frage von Selle. Auch hier zeigt er uns wieder jede menge Anwendungen des planungstheoretischen Begriffs. So gibt es zum Beispiel Stadt-, Regional-, Raum- und Umweltplanung. Manchmal spricht die Planungstheorie über alle Anwendungen, manchmal auch nur über ein Teil. Fünftens gibt es Verwirrung dadurch dass man nicht weiß welche Planer gemeint sind. Dass sind nicht immer nur die Leute die ein Studiengänge Planung gemacht haben sondern auch eine menge von Menschen die in andere Berufsfelder tätig sind. Viele Sachen werden zum Planung gemacht, was die sechste Ursache der Verwirrung ist. Selle meint dass nur das 'Pläne machen' zum Planung gehört und dass Umsetzung und Evaluation kein Teil der Planung sind. Man kann aber einwanden dass die Umsetzung und der Evaluation der Pläne sowieso ziemlich wichtig sind und dass es weniger wichtig ist ob man das zu ein Teil der Planungstheorie macht oder nicht. Siebtens beschreibt Selle die Verwirrung durch das Vermengen von normativen (was sein soll), konzeptionelle (was theoretisch möglich ist) und Realität beschreibenden Betrach-tungweisen (was wirklich ist). Selle hat Recht wenn er sagt dass diese Betrachtungsweisen nicht vermengt werden sollen. Letzte mögliche Grund für Verwirrung die Selle beschreibt ist das unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Wenn man sich etwas wünscht kann man die Wirklichkeit so interpretieren dass Wünschen Wirklichkeit scheinen zu sein. Wenn man dem Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit aber nicht deutlich macht weißt man nicht worüber man redet. Wie schon gesagt glaube ich dass alle durch Selle beschriebene Gesichten der Planung ein Teil der Planung sein sollen. Die Lösung für das Problem der Verwirrung ist ganz einfach: Autoren sollen deutlich machen worüber sie reden. Selle hat aber eine andere Lösung. Im zweiten Teil seines Essays spricht Selle über die Praxis. Er behauptet dass Planer Forschen sollen was tatsächlich in die Praxis passiert. Auch sollen Planer probieren zu erklären warum dass passiert. Ich glaube dass Selle damit das begriff Planungstheorie im engen Sinne des Worts nimmt. Er vergisst aber dass Planungstheorie mehr ist als nur Praxis-Forschung und Praxis-Erklärung. Das Erstaunende dabei ist, dass er selbst schon die verschiedene Gesichte der Planungstheorie beschreibt. Auch andere Autoren haben über die verschiedene Gesichten der Planungstheorie geschrieben. Andreas Faludi (1973) unterscheidet zum Beispiel 'theory in planning' und 'theory of planning'. Die verschieden Gesichten der PlanungstheorieDas Begriff 'Planungstheorie' wird also in verschiedene Kontexten benutzt. Es gibt zum Beispiel Planer die konzeptionelle Modelle entwickeln und es gibt auch planer die sich beschäftigen mit aktuelle Problemen in einem bestimmten Viertel. Ob dass alles zu Planungstheorie gehört ist nicht unumstritten. Ich glaube dass Klaus Selle in seines Essay die Kern der Planungstheorie beschrieben hat. Es gibt aber mehr. Planer sollen sich nicht lediglich beschäftigen mit die Forschung die Selle beschrieben hat, sondern sie sollen auch mit andere Akteure diskutieren über Planung. Planer sollen dazu neue, Philosophische, Ansätze benutzen um konzeptuelle Modelle zu entwickeln, sich beschäftigen mit Politik und vieles mehr. Auch dazu kann und muss die Planungstheorie etwas sagen. Was 'Planungstheorie' ist, können wir allerdings nicht genau definieren. In die moderne Welt könnte man begriffe wie 'Planungstheorie' einfach definieren. Seit dem Umschlag in das Denken ende 70er Jahren und etwas später die Philosophie von Bruno Latour wissen wir aber dass die moderne Welt nicht wirklich existiert. Die Welt ist, wie Latour (1993) zeigt, hybride. Für feste Definitionen gibt es kein platz in diese hybride Welt. Eine exakte Definition des Begriffs 'Planungstheorie' kann darum nicht gegeben werden. LiteraturverzeichnisAlexander, Ernest R. (1984). After Rationality, What? A Review of Responses to Paradigma Breakdown. In: APA Journal, No.3, seiten 62-69. Boomkens, René (2003). Vorlesungsskript Modernisme en Postmodernisme 2003/2004. Philosophisches Institut, Universität Groningen. Faludi, Andreas (1973). A reader in planning theory. Teil 1: What is planning theory? Oxford. Fürst, Dietrich (2002). Soziologische und planungsmethodische Grundlagen der Freiraumplanung. Teil 1 und 3. Universität Hannover. Latour, Bruno (1993). We have never been Modern. Pearson Education Ltd, Essex. Roo, Gert de (2002). De Nederlandse Planologie: In weelde gevangen. Fakultät der räumliche Wissenschaften, Universität Groningen. Roo, Gert de (2003). Vorlesungsfolien Planningstheorie 1. Fakultät der räumliche Wissenschaften, Universität Groningen. Selle, Klaus (2004). Wovon reden sie denn? Am Anfang der Wiederbelebung planungstheoretische Diskussion steht die Frage nach ihrem Gegenstand. In: Altrock et al. (Hg.) Planungstheoretische Perspektiven, Leue Verlag, Berlin. Het artikel werd geschreven door Ritske Dankert in april 2004. |